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Württembergischer Tennis-Bund e.V.
 

Gefährdet die neue „Screen Generation“ den Tennissport?

Verbandstrainer Genadi Mihaylov betrachtet die Problematiken der heranwachsenden Genration in Zeiten von Social Media und gibt wertvolle Denkanstöße zur Bewältigung von unerwünschten Nebeneffekten.

Text: Genadi Mihaylov |

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Trainerkolleg:innen!

Es ist deutlich zu erkennen, dass der Alltag, die Aktivitäten und die Interessen unserer Jugendlichen sich drastisch verändert haben. Seit 30 Jahren bin ich als Tennistrainer tätig, in dieser Zeit habe ich Kinder der Jahrgänge aus den 80-er, 90-er, 2000-er Generationen trainiert. Jedes Jahrzehnt, jede Generation war mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Allgemein könnte man sagen, dass der Bewegungsdrang zunehmend darunter zu leiden hatte. Nichts desto trotz, fanden sich aber immer wieder Kids, die bereit waren, die Freude an der Bewegung im hoch koordinativen Tennissport mit allen Anstrengungen auf sich zu nehmen und auszuüben. 

Dabei hat natürlich alles seinen Preis und es braucht Zeit, Unterstützung, finanziellen Aufwand und vor allem Fleiß, um national wie international konkurrenzfähig zu sein. 

Die schnelle Entwicklung und Verbreitung des Internets, die zahlreichen Innovationen, Technologien und Veränderungen in Verbindung mit einem rasanten Zuwachs neuester Smartphones, Tablets, etc. haben die Generation der 2010-er und jünger vor einer zusätzlichen Aufgabe gestellt und womöglich schwer gezeichnet und mitgeprägt.

So hat die Digitalisierung im Alltag großen Spielraum bekommen und ist nicht mehr weg zu denken. Ob in der Schule, in der Freizeit, oder Zuhause – die Monitore bestimmen den Tagesablauf der Kinder. Im Durchschnitt sieht ein zehn-bis zwölfjähriges Kind bis zu sechs Stunden einen Bildschirm (Fernseher, Computer, Smartphone, Tablet o.ä.). Eine solche Reizüberflutung an Bildern, Eindrücken, Texten und Informationen hinterlässt Spuren, Wissenschaftler sprechen hier von der neuen „Screen Generation“, bei der ohne diese virtuell-digitale Welt „nichts mehr geht“.

An dieser Stelle kommen die Erwachsenen ins Spiel, und auch wir Trainer:innen sind gefragt: Wie können wir die Technologien nutzen und erfolgreich in den Trainingsprozess integrieren? 

Gerne möchte ich deshalb in diesem Zusammenhang ein paar wichtige Fragen stellen und um eine Einschätzung der Eltern bitten. Was meinen Sie?

  • Wie lange kann sich ein Kind heutzutage fokussieren?
  • Welche Reize kann es aufnehmen?
  • Was für Umfänge kann es vertragen?
  • Mit wieviel Intensität ist die Reizüberflutung zu steuern?
  • Wie oft kann ein Kind wöchentlich Belastung vertragen?
  • Wie verarbeiten Kinder heutzutage Erfolge/Misserfolge?

Diese Fragen sind natürlich hochindividuell zu betrachten und in Abhängigkeit vom Umfeld.

Man sagt, dass die Konzentrationsphasen der Jugendlichen bei lediglich ca. 10 bis 15 Sekunden liegen. So lange ungefähr dauern Videos auf Tic Toc, oder Stories auf Instagram und YouTube.

  • Was können wir in dieser kurzen Zeit überhaupt vermitteln?
  • Wann und vor allem wie können wir die Schüler am besten erreichen?
  • Welche Inhalte sollen wir letztendlich in den Zeitfenstern verarbeiten? Sind das Technik, Taktik, oder auch Werte – oder vielleicht auch von allem ein bisschen? 

Ich hoffe Sie verstehen die Problematik und können mir folgen.

Es ist ein dauerhafter und zeitintensiver Lernprozess, der in der Zukunft mit neuen Technologien und einer modernen Methodik, noch mehr Geduld im Vergleich zu bisher brauchen wird.

Ich empfehle Ihnen und bitte Sie, eine sorgfältige und langfristige Planung im Leistungssport, viel Vertrauen und die nötige Unterstützung aufzubringen, denn Tennis ist eine wunderschöne aber sehr komplexe und hoch koordinative Sportart!

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